Entzündete Fußgelenke bei Rheuma


Bei dicken Füßen zum Arzt
Entzündete Fußgelenke bei Rheuma

Um zu beurteilen, wie gut ein Patient mit entzündlichem Rheuma auf seine Medikation anspricht, untersucht der Facharzt Gelenke auf Schwellungen und Schmerzen. Entzündungen an den Fußgelenken sollten dabei besonders beachtet werden. Dazu raten Experten auf einer Pressekonferenz am 18. September 2014 anlässlich der 42. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) gemeinsam mit den orthopädischen und kinderrheumatologischen Partnergesellschaften.

Auf einzelne Gelenke achten

Um die Krankheitsaktivität bei Rheuma-Patienten zu ermitteln, verwenden Rheumatologen unter anderem die Disease Activity Scores (DAS28). Der standardisierte Entzündungsindikator untersucht 28 Gelenke, unter anderem Finger-, Hand-, Ellenbogen-, Schulter- und Kniegelenke. Je niedriger der DAS28-Wert, desto weniger aktiv ist die rheumatoide Arthritis (RA). Liegt er unter 2,6 sprechen Ärzte von einer Remission. „Ein niedriger DAS-Wert garantiert aber keinen Stillstand der Erkrankung an einem einzelnen Gelenk“, meint Professor Dr. med. Stefan Rehart, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh). Er schätzt, dass bei etwa jedem zehnten Patient trotz eines niedrigen DAS-Wertes schwere Schleimhautentzündungen einzelner Gelenke vorkommen.

Füße werden oft zu spät behandelt

„Besonders gefährdet sind die Fußgelenke“, erläutert Dr. med Christine Seyfert, Kongresspräsidentin der DGORh aus Chemnitz. Sie werden im DAS28-Wert nicht erfasst. Dabei sind die Fußgelenke bei fast allen Menschen mit rheumatischer Erkrankung betroffen. Bei mehr als 85 Prozent der Menschen mit RA treten aufgrund der Entzündungen Verformungen der Füße auf. Jedoch ignorieren Patienten die Beschwerden an den Füßen häufiger als etwa entzündete Gelenke an der Hand. „Viele Patienten nehmen die resultierenden Schwellungen an den Füßen zunächst unbeachtet hin und berichten dem Arzt nicht direkt davon“, meint Professor Rehart. Im fortgeschrittenen Stadium ist eine Operation dann unumgänglich. Inzwischen führen orthopädische Rheumatologen etwa jede dritte Operation an den Füßen durch.

Medikation frühzeitig anpassen

In vielen Fällen lässt sich eine Operation verhindern, indem Patienten sich frühzeitig an einen Arzt wenden. Professor Dr. med. Matthias Schneider, Präsident des DGRh-Kongresses, erklärt: „Eine gründliche körperliche Untersuchung ist besonders wichtig.“ Vor allem anatomische Regionen wie die Füße, die der DAS28 zunächst nicht erfasst, müssten berücksichtigt werden. Auch ein einzelnes stark entzündetes Gelenk sei Anlass genug, um die Medikation umgehend anzupassen, macht Rehart aufmerksam. Es biete sich an, die Basistherapie zu intensivieren, eventuell nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) zu verschreiben und die Cortison-Dosis zu erhöhen.

Darüber hinaus rät Professor Rehart zu einer konsequenten begleitenden konservativen Therapie wie Kälte- und Wärmebehandlung, Physio- sowie Ergotherapie, orthopädietechnischen Hilfsmitteln und Gelenkinfiltrationen. RA-Patienten empfiehlt er, alle ein bis zwei Jahre nicht nur einen internistischen, sondern auch einen orthopädischen Rheumatologen aufzusuchen.

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